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Psychologie studieren: Von der NC-Hürde bis zu den Arbeitsmöglichkeiten

Wer Psychologie studieren möchte, braucht in Deutschland ein sehr gutes Abitur. Doch es gibt auch "Schleichwege".

Text/Quelle: Anke Beimdiek/STUDI-Info Sommersemester 2020. Grafik: Colourbox.de

Psychologie ist eines der beliebtesten Fächer. Einen Studienplatz zu bekommen, ist nicht leicht. Bist du einmal fertig, kannst du allerdings nicht automatisch als Pschotherapeut arbeiten. Dafür gibt es viele andere Möglichkeiten.

Psychologie ist die Wissenschaft, die sich mit den Gedanken, Gefühlen und dem Verhalten des Menschen beschäftigt. Das Studium qualifiziert aber nicht automatisch zum Psychotherapeuten. Die klinische Psychologie, die psychische Störungen und Erkrankungen untersucht, ist nur ein Teilgebiet. Psychologen können darüber hinaus zum Beispiel erklären, wie sich Schlafmangel auf die Nutzung von Ratschlägen auswirkt oder wie man Schüler im Matheunterricht motiviert.

Methodische Grundlagen
„Psychologie thematisiert den Menschen von der Nervenzelle bis hin zu komplexen sozialen Systemen“, sagt Christopher Klanke, Diplom-Psychologe und Fach-Studienberater der Uni Osnabrück. Wer das Fach studieren möchte, der sollte sich für die biologischen Grundlagen und allgemeinen Wahrnehmungsprozesse interessieren, aber auch dafür, worin sich Menschen unterscheiden und was ihre Persönlichkeit ausmacht. In den ersten Semestern nehmen die methodischen Grundlagen wie Statistik, Testtheorie und Testkonstruktion einen großen Raum ein. Von Vorteil ist es deshalb, wenn man in der Schule Interesse an Mathe und Bio hatte. Aber auch Kompetenzen aus dem Deutsch- und Englisch-Unterricht spielen im Laufe des Studiums eine Rolle: Psychologie-Studenten müssen viele Texte lesen – und die meisten wissenschaftlichen Artikel sind auf Englisch.

Bewerben: DoSV oder Uni-intern?
Psychologie ist eines der beliebtesten Fächer an deutschen Hochschulen. Im Sommersemester 2018 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt mehr als 76 100 Studierende eingeschrieben – darunter fast 57 000 Frauen.

Das Fach ist örtlich zulassungsbeschränkt. Die überwiegende Mehrzahl der Universitäten vergibt ihre Bachelorstudienplätze mittlerweile über das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) von Hochschulstart.de. Das ist das Portal der Stiftung für Hochschulzulassung in Dortmund. Hochschulstart.de fungiert als Vermittler und Koordinator der Bewerbungen und prüft zum Beispiel die erforderlichen Unterlagen. Einige Hochschulen koordinieren ihre Zulassungsverfahren selbst. Häufig bieten sie dazu auf ihren Websites entsprechende Anmelde- oder Bewerbungsportale an.

Wege aus der NC-Falle
Was tun, wenn der Numerus clausus
(NC) zu hoch und die Wartezeit zu
lang ist? Ausweichen – zum Beispiel
an ausländische europäische Hochschulen.
Ganz vorne: die Niederlande.
Dort gibt es eine Reihe von Unis, die
zulassungsfrei Psychologie anbieten.
Belgien und Österreich sind ebenfalls
interessant. An belgischen Hochschulen
müssen Bewerber einen Sprachtest
absolvieren. In Österreich entscheidet
ein Aufnahmetest über die
Zulassung zum Psychologie-Studium.
Auch ein Quereinstieg kann gelingen.

Quereinstieg kann gelingen
Die Studienplätze sind heiß begehrt. „Das Studium wird immer beliebter, aber das Angebot bleibt gleich“, sagt Christopher Klanke. „Ein sehr gutes Einser-Abi ist fast unumgänglich.“ Ansonsten heißt es warten. 20 Prozent der Plätze werden über eine Wartezeitquote vergeben. An der Uni Köln kamen zum Beispiel Bewerber mit 14 Wartesemestern zum Zuge. Mit etwas Glück kann man ohne Top-Abi und lange Wartezeit den Quereinstieg in ein höheres Fachsemester schaffen – wenn man sich für ein ähnliches Fach wie etwa Soziologie entscheidet. Wichtig ist, dass Leistungsnachweise aus der Psychologie erbracht werden können. Abbrecher oder Hochschulwechsler machen Plätze frei, auf die sich Quereinsteiger mit ihren Scheinen bewerben können. „Das kann funktionieren – eine Sicherheit gibt es nicht“, sagt Christopher Klanke. Auf diesem Weg versuchen es sehr viele.

So wird man Psychotherapeut
Mit dem Psychologie-Bachelor haben Absolventen einen berufsqualifizierenden Abschluss in der Tasche. „Das Jobfeld für Bachelor-Psychologen entwickelt sich langsam“, sagt Christopher Klanke. Arbeit finden sie zum Beispiel in verschiedenen Beratungseinrichtungen. Viele schließen dennoch ein Master-Studium an. Für alle, die Psychotherapeut werden möchten, führt daran kein Weg vorbei. Ein Master mit Schwerpunkt Klinische Psychologie ist Voraussetzung. Bislang müssen angehende Psychotherapeuten danach eine mehrjährige Ausbildung anschließen, während der sie wenig oder kein Geld verdienen und sich oft verschulden. Geregelt ist das im Psychotherapeuten-Gesetz, das reformiert werden soll. Geplant ist die Einführung eines eigenständigen neuen Hochschulstudienganges Psychotherapie. Das Studium soll sich in ein dreijähriges Bachelor- und ein zweijähriges Masterstudium gliedern und mit einer staatlichen psychotherapeutischen Prüfung enden.

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