Im Fokus: Kosmetologie studieren

Text/Quelle:Pia Schrell/ STUDI-Info Sommersemester 2021. Modelfoto: Colourbox.de

Je nach Hochschule, Schwerpunkt und angestrebtem Abschluss können Inhalte und Ausrichtungen variieren. Aber eins ist jetzt schon klar: Es ist anspruchsvoll und hat nur am Rande etwas mit Lippenstift und Make-up zu tun – anders als oft angenommen. Auf dem Stundenplan: Mikrobiologie, Biochemie der Haut und Kosmetika, Hautphysiologie, Dermatologie, Toxikologie und Prävention.

Studiengang in Osnabrück bundesweit einmalig
Die Plätze sind rar gesät. Denn der Studiengang Kosmetologie an der Universität Osnabrück ist in seiner Konzeption bundesweit einmalig. Allein in Hamburg gibt es ebenfalls einen Studiengang, der gleichermaßen für das Lehramt qualifiziert und mit einem Bachelor of Science Berufliche Bildung und einem Master of Education abschließt.

Nur einmal im Jahr – zum Wintersemester – werden in Osnabrück 40 Studierende angenommen, die ihr Studium für das Lehramt an Berufsbildenden Schulen mit dem Schwerpunkt Kosmetologie starten können. Das kennt auch Cara Symanzik. Sie ist eine von den Wenigen, die in Osnabrück einen Studienplatz bekommen haben.

Der Mercedes unter den Lehrern
„Wenn die Studierenden fertig sind, sind Sie quasi der Mercedes unter den Lehrern“, sagt Prof. Swen Malte John, Leiter des Fachgebiets Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück. „Sie sind dann zuständig für diejenigen, die Frisör oder Kosmetikerin werden wollen.“Damit die Schüler eine hervorragende Ausbildung bekommen, ist das Spektrum groß, das im Studium gelehrt wird. Ob Biochemie, Physiologie der Haut oder Prävention – alles wird unterrichtet und abgefragt. Hinzu kommen fachdidaktische Module und Module wie Berufs- und Wirtschaftspädagogik sowie ein allgemeinbildendes Fach.

Cara ist inzwischen Expertin und kennt sich in ihrem Fachgebiet aus. Denn bevor sie ins Studium startete, hatte sie bereits zwei abgeschlossene Ausbildungen zur staatlich geprüften Kosmetikerin und Friseurin hinter sich. „Ich habe während meiner Ausbildung recht schnell gemerkt, dass ich gerne viel mehr über die Theorie wissen möchte, um wirklich zu verstehen, was hinter bestimmten Erfahrungen in der Praxis steckt.“

Wissen über Haut und Haar
Wie funktioniert die Haut eigentlich? Was passiert, wenn sich das Haar in Form und Farbe verändert? Und was ist, wenn ich zu viel Kontakt mit Chemikalien wie Farben oder Dauerwellenmitteln habe? In Vorlesungen und Modulen findet sie endlich ausführliche Antworten. „In Trichologie (Anm. der Redaktion: Lehre der Haare) lernt man beispielsweise, wie das Haar aufgebaut ist und was Erkrankungen sind, die eine medizinische Behandlung erfordern oder welche Haarzustände sich auch mit kosmetischen Mitteln verbessern lassen.“

Auch im Bereich der Berufsdermatologie lernt die Studierende dazu und weiß genau, wie wichtig der Hautschutz im Beruf ist. Wissen, dass für alle Berufsgruppen der Kosmetologie höchst relevant ist: „Besonders im Friseurhandwerk hat man ein erhöhtes Risiko, dass die Abwehrfunktion der Haut gestört wird.“ Denn die Erfahrungen aus dem Berufsalltag sind überall die gleichen: „Man ist ständig mit Shampoos, Frisörchemikalien wie Dauerwellenmitteln, Farben oder Wasser in Berührung.“ Diese könne die Epidermis (äußere Zellschicht der Haut) nachhaltig schädigen Allergene wie Nickel könnten so leichter in die Haut gelangen und zu allergischen Reaktionen führen. Ein Thema, das es Cara angetan hat.

Arbeit und Überprüfung im Labor Auch die Inhaltsstoffe kosmetischer Mittel sowie Prozesse und chemische Reaktionen bei Haarfärbeprozessen beschäftigen angehende Kosmetologen und Kosmetikwissenschaftler wie Cara während des Studiums. „Das Ganze wird auch direkt im Labor umgesetzt, beobachtet und untersucht.“

Jobaussichten in Lehre, Forschung und Wirtschaft
Doch auch für Cara ist nicht in Stein gemeißelt, dass sie Lehrerin wird. Ihr stehen weitere Möglichkeiten offen, weiß Experte Prof. John. „Absolventen haben insgesamt gute Aufstiegschancen, zum Beispiel im schulischen Kontext eine Karriere als Fachleiter einzuschlagen.“ Auch Karrieren in der Wissenschaft oder freien Wirtschaft seien denkbar. „Ich kenne Absolventinnen, die in die Wirtschaft gegangen sind“, bestätigt Cara die Aussagen ihres Professors. Eine ehemalige Kommilitonin arbeite aktuell bei einem dermatologischen Prüfinstitut, eine sei für ein großes Kosmetikunternehmen tätig. Was sie selbst in Zukunft machen möchte? „Ich habe gemerkt, dass mir das wissenschaftliche Arbeiten sehr viel Spaß macht und würde das gerne vertiefen.“ Für ihre Bachelorarbeit („Nickelfreisetzung aus Metallwerkzeugen im Friseurhandwerk – Eine aktuelle Analyse“) erhielt sie den Claus-Kerkhoff-Förderpreis.

Voraussetzungen für ein    Kosmetologie-Studium in Osnabrück

  • Interesse und Talent in naturwissenschaftlichen Fächern
  •  eine abgeschlossene Berufsausbildung (Frisör/Kosmetiker)
  •  ohne Ausbildung: Vorpraktikum
  •  Abitur ► Quereinstieg als Meister mit entsprechender bestandener Zusatzprüfung an der Hochschule
  • Erkundigt euch bei Interesse an der Hochschule