Zahnmedizin: Nichts für Grobmotoriker

Text/Quelle: Anke Beimdiek/STUDI-Info Sommersemester 2020. Grafik: Colourbox.de

Studierende der Zahnmedizin müssen viel büffeln. In der Vorklinik sitzen sie häufig gemeinsam mit Medizinern in Kursen. Zusätzlich lernen sie Bohren, Spritzen, Füllen. Fingerfertigkeit im Umgang mit Handmeißel und Co. ist gefragt. Und Feingefühl beim Eingriff in der Mundhöhle

Zahnmedizin bereitet wissenschaftlich und praktisch auf den Beruf als Zahnarzt vor. Deshalb besteht das Studium neben theoretischen Inhalten zu einem großen Teil aus praktischen Übungen.

Neue Vergabe für Zahnmedizin
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach die Studienplatzvergabe im Fach Medizin verfassungswidrig ist, bezog sich nur auf Humanmedizin. Die Bundesländer haben aber beschlossen, die Platzvergabe in der Tier- und Zahnmedizin und der Pharmazie ebenfalls zu reformieren. Das neue Verfahren gilt also auch für die Zahnmedizin. An insgesamt 14 staatlichen Hochschulen kannst du zum Sommersemester mit dem Studium beginnen.

Phantomkurse mit Echtzähnen
Grob gliedert sich die akademische Ausbildung in zwei Phasen. In der Vorklinik, in der die zahn- und die humanmedizinische Ausbildung ähnlich sind, liegt der Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften: Chemie, Biologie und Physik. Dies wird verknüpft mit Anatomie, Physiologie und Biochemie. Zu den zahnmedizinischen Besonderheiten gehören die Werkstoffkunde und der „handwerkliche“ Aspekt. Operationen und andere Eingriffe werden reichlich simuliert. Das soll die Studierenden an realistische Situationen mit echten Patienten heranführen.

Zu den vorbereitenden Übungen gehört der Phantomkurs. Dabei behandeln die angehenden Zahnärzte Echtzähne, die in einen künstlichen Kiefer eingebettet und in einen Phantomkopf eingeschraubt werden. Das Hauptstudium, der klinische Abschnitt, lehrt die Zahnersatz- und Zahnerhaltungskunde, Zahn-, Mund und Kieferkrankheiten, chirurgische Kompetenz sowie Kieferorthopädie.

Hohe Kosten für Verbrauchsmaterialien
Der große Anteil an praktischen Übungen macht das Studium teuer. Bis zu 10 000 Euro geben Studierende für Verbrauchsmaterialien aus.Von A wie Arztkittel bis zu Z wie Zurichtstein benötigen sie früh das gesamte Grundinstrumentarium.

Dies könnte dich auch interessieren:

CHE Ranking Zahnmedizin

Medizin an der privaten Uni: teuer, aber kein NC

Neue Vergaberegeln fürs Medizinstudium