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Wie lerne ich am besten?

Text/Quelle: Pia Schrell / STUDI-Info WS 2019/20. Foto: Modelfoto: Colourbox.de.

Für Klausuren, Prüfungen und Tests geht es nicht ohne: Lernen gehört zum Studium dazu. Aber beides – zu verbissenes Lernen und zu extremes Chillen – kann dir schaden. Was du für dein Studium brauchst und was du unbedingt berücksichtigen solltest: Hier gibt es Antworten.

Eigentlich sind die Aussagen zu Lerntypen überholt, sagt Silke Frank.Wo früher noch Studierende in Kategorien wie visuelle, auditive, kinästhetische oder olfaktorische Lerntypen eingeordnet wurden, gelten heute andere Erkenntnisse. „Man geht davon aus, dass Lernen auf verschiedenen Kanälen passiert.“ Die Beraterin und Pädagogin arbeitet in der Lernberatung des Studierendenwerks Köln. Dabei hat sie viele Studierende kennengelernt: (Zu-)Viellerner, Stresslerner, Vermeider oder Studis mit Prüfungsangst. Eins hat sie immer wieder festgestellt: Weder zu viel lernen noch das Büffeln auf den letzten Drücker sind förderlich. Eine gesunde Mischung und ausreichende Vorbereitung seien in der Regel der Schlüssel zumErfolg. Wichtig sei, alle Sinne einzubeziehen. „Mal kann ich beim Lernen etwas hören, mal ein Schaubild nutzen, eskommt darauf an, mit welchen Inhalten ich mich wie abwechslungsreich beschäftige.“

Viel Stress führt zu Blockaden
Zu viel und negativer Stress schaden beim Lernen. „In solchen Fällen blockiert dasGehirn und kann nichts aufnehmen“, sagt Frank. Besser  wäre ein frühzeitiges Starten mit dem Stoff und eine angenehme Lernatmosphäre. Und zwar bei jeder Prüfungssituation – egal, ob Brückenkurs oder Semesterabschlussklausur. Magdalena gehört zu den Studierenden, die immer früh mit dem Lernen beginnen. Fast ein bisschen zu früh, findet sie. „Für die letzte Prüfungsphase habe ich schon drei Wochen vor Weihnachten gestartet.“ Die letzte Klausur habe sie nun Mitte Februar geschrieben. „Ich mache mir ziemlich Stress, dass ich es schaffen muss“, sagt die 20-jährigeGeografie-Studentin aus Hamburg. „Ich überschätze Prüfungen meistens und bin ein kleiner Perfektionist.“ Allerdings habe sie inzwischen gemerkt, dass sie durchaus später mit dem Lernen hätte starten können. „Aber das ist bei mir irgendwie so drin.“ Dann setzt sie sich hin, fasst den Stoff zusammen, schreibt alles auf, wiederholt und liest es wieder und wieder.

Nicht „Überlernen“
„Bei so einem Lernen besteht die Gefahr einesÜberlernens“, sagt Silke Frank. Häufig wachse ab einem gewissen Punkt nicht mehr die Sicherheit, sondern die Unsicherheit. „Wenn ich schon seit Wochen lerne, merke ich möglicherweise beim Wiederholen, oh Mist, das kann ich noch nicht.“ Der Fokus richte sich dann auf Defizite. „Bei Perfektionisten und Studierenden mit Versagensangst kommt das häufig vor“, sagt Frank. Dabei wäre es viel förderlicher, sein Wissen ab einem bestimmten Lernzeitpunkt anzuwenden und zu verknüpfen und nicht nur abzufragen. „Denn so verfestigt sich der Stoff besser und bleibt abrufbar.“

Lernen auf den letzten DrückerLernen auf den letzten Drücker – auch solche Fälle kennt Silke Frank. „Wenn die Zeit so knapp ist, hilft nur noch, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.“ Und vor allem: Ruhe bewahren! Bei Grundemotionen wie Angst und Stress könne kein Gehirn produktiv arbeiten. „Spannenderweise machen viele Studierende in solchen Situationen einiges richtig und sorgen dafür, dass sie in Ruhe arbeiten können. Sie fokussieren sich und schalten beispielsweise ihr Handy aus.“  Natürlich brauchten einige einen gewissen Stress von Deadline und Co., aber Aussagen wie: „Ich brauche den Druck!“, hält die Expertin für schwierig. „Viele kennen nur diese Art des Lernens und wissen gar nicht, wie sich ein anderer entspannterer Weg anfühlt. “Um dort nachhaltig etwas zu verändern, sei ein gewisses Maß an Einsicht nötig: „Ich muss selbst merken, dass mir der Stress nicht guttut.“ Und wie lerne ich dann am besten? „Mit regelmäßigen Pausen und auf verschiedenen Kanälen“, rät die Expertin. „Natürlich gibt es Begabungen, die erkennen lassen, auf welchemWeg sich ein Mensch Dinge und Inhalte besonders gut merken kann. Jemand, der beispielsweise eine Tendenz zum visuellen Lernen hat, hat über seine Augen einen guten Kanal, kann sich Stoff vielleicht gut mithilfe von Schaubildern merken. Trotzdem sollte er nicht nur auf diese Art lernen, da es zu einseitig ist.“

Nicht einseitig lernen
Und auch nicht jede Begabung ist gleich gut einzusetzen. „Wenn ich zum Beispiel eine Begabung im kinästhetischen Bereich habe, neige ich dazu Dinge auszuprobieren.“ Doch das sei nicht immer praktikabel. „Wenn ich Chemie studiere, kann ich nicht jedes Experiment auch zu Hause am Schreibtisch durchführen.“ In einem technischen Studium könne dies schon wieder ganz anders aussehen: „Wenn ich einen Motor konstruieren oder nachbauen muss, ist das natürlich Gold wert.“ Genau, wie bei Medizinstudenten, die möglicherweise ein Skelett zu Hause haben, „und beim Lernen einzelne Knochen nachfahren können und sich gleichzeitig Anatomie und Namen merken!“

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