Advertorial

STUDIENZIEL LANDARZT: Bewerbungsverfahren gestartet

Text/Quelle: Karin Völker / Westfälische Nachrichten (WN) vom 11.04.2019. Foto: Modelfoto: Colourbox.de

Das Land Nordrhein-Westfalen hat das Bewerbungsverfahren um Medizinstudienplätze im Rahmen der Landarztquote gestartet. Die Interessenten müssen bereit sein, mindestens zehn Jahre in einer unterversorgten Region des Landes als Hausarzt oder Hauärztin zu arbeiten.

7,6 Prozent aller Studienplätze an den NRW-Unis, die Mediziner ausbilden, sind für die angehenden Landärzte vorgesehen – und auch in Münster werden rund zehn der zum Winter- und Sommersemester jeweils 142 zur Verfügung stehenden Studienplätze für das Landarztprogramm reserviert. Seit dem 31. März können sich Interessierte auf einen der 145 für das Wintersemester 2019/2020 zur Verfügung stehenden Medizinstudienplätze bewerben.

„Ich freue mich, dass wir die Landarztquote nun als erstes Bundesland in die Tat umsetzen“, verkündete jetzt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, dem das Programm eine Herzensangelegenheit ist.

Dass es sich um ein „authentisches Bedürfnis“ des Gesundheitsministers handele, respektiert der Studiendekan der medizinischen Fakultät, Dr. Bernd Marschall. Weniger positiv findet Marschall das Auswahlverfahren in der ersten Runde des Verfahrens. Hier zählen neben der Abiturnote das Ergebnis eines standardisierten Tests für das Medizinstudium (jeweils 30 Prozent), zu 40 Prozent die bereits erworbenen praktischen Fähigkeiten, etwa in einer Ausbildung.

So findet das von der medizinischen Fakultät entwickelte Auswahlverfahren für Bewerber um Medizin-Studienplätze, das neben der Motivation unter anderem auch Sozialkompetenz und Kommunikationsfähigkeit prüft, keine Berücksichtigung in der ersten Verfahrensstufe.

Das Land NRW plant aber in der zweiten Runde des Bewerbungsverfahrens für das Landarztprogramm die Kandidaten und Kandidatinnen auf solche ärztlichen Schlüsselkompetenzen hin zu testen. „Wir haben uns mit unserem, bisher fakultätseigenen Medizinerauswahlverfahren beworben“, berichtet Marschall. Im Erfolgsfall also könnte die Endauswahl der Kandidaten für das Landarztprogramm von der Uni Münster geleistet werden.

Das neue Studienzentrum der Fakultät, die „Limette“, wo Medizinstudenten in der Ausbildung die Führung von Patientengesprächen trainieren, könnte dabei hilfreich sein.

Bisher werden laut NRW-Gesundheitsministerium rund zehn Prozent der jährlich 2000 im Land ausgebildeten Ärzte Allgemeinmediziner. Parallel gehen rund 400 Hausärzte jährlich in den Ruhestand, der Ärztemangel, speziell die Unterversorgung mit Allgemeinmedizinern im ländlichen Bereich, ist bundesweit ein drängendes Problem. Mit dem Landarztprogramm ist die Hoffnung verbunden, dass die Mediziner, die erst einmal in einer unterversorgten Region ihre Berufslaufbahn gestartet haben, dort auch bleiben.

Studiendekan Marschall ist, unabhängig von dem jetzt gestarteten Landarztprogramm, skeptisch, dass das nach einem entsprechenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vergabe der Medizinstudienplätze neu ausgerichtete Verfahren zu einer besseren Auswahl geeigneter Bewerber führt. Die Abiturnote soll eigentlich geringere Bedeutung erhalten, eine fachliche Ausbildung höher gewichtet werden.

Ohne eine vorgeschaltete Berufsausbildung im Gesundheitsbereich werde es künftig schwer, überhaupt zum Ziel zu kommen, glaubt Marschall. Was dazu führen werde, dass viele Ausbildungsplätze in Gesundheitsberufen von jungen Menschen besetzt würden, die nach dem Medizinstudium strebten und langfristig nicht im Ausbildungsberuf blieben. Und die Abiturnote gewinne langfristig noch größere Bedeutung. Es sei dann nicht mehr möglich, per Wartezeit auch mit einem Abitur ohne eine Eins vor dem Komma zu einem Studienplatz zu kommen.

Die Bewerbung zum Landarztprogramm ist bis zum 30. April unter www.landarztgesetz.nrw möglich.

Dies könnte dich auch interessieren: 

Eckepunkte der Landarztquote in NRW

Medizin: Neue Studienplatzvergabe bis Ende 2019

Teuer, aber kein NC: Medizin an der privaten Uni