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Immer mehr Studierende ohne Abitur

Text/Quelle: CHE, Gütersloh. Bild: Modelfoto: Colourbox.de

Fehlende Hochschul- oder Fachhochschulreife kann in Deutschland seit rund zehn Jahren durch Berufserfahrung ausgeglichen werden. Diese Möglichkeit nutzen aktuell rund 60.000 Menschen. Damit hat sich die Zahl der Studierenden ohne Abitur zwischen 2007 und 2017 vervierfacht. Zu diesem Ergebnis kommen aktuelle Berechnungen des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Die meisten Studienanfänger(innen) ohne Abitur oder Fachhochschulreife schreiben sich anteilig in Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen ein.

Auf der Ebene der Bundesländer zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Beim Anteil der Studienanfänger(innen) ohne Abitur oder Fachhochschulreife nehmen Hamburg (5,0 Prozent) Bremen (4,5 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (4,0 Prozent) die Spitzenpositionen ein. Schlusslicht ist das Saarland, das als einziges Bundesland mit 0,5 eine Quote von unter einem Prozent aufweist.

„Besonders positiv ist die Entwicklung in Bremen“ hebt Sigrun Nickel hervor. „Die Bremer Hochschullandschaft ist für Studierende ohne Abitur deutlich attraktiver geworden und zeigt ein überdurchschnittliches Wachstum.“ Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Erstsemester und Studierenden ohne allgemeine Hochschulreife in der Hansestadt mehr als verdoppelt.

Hervorzuheben ist auch Nordrhein-Westfalen, das als einziges Flächenland bereits seit einigen Jahren konstant einen Spitzenplatz im Bundesländervergleich belegt. „Dies liegt vor allem an der FernUniversität in Hagen, die mit knapp 1.500 Studienfänger(inne)n ohne Abitur im Vergleich mit allen anderen bundesdeutschen Hochschulen mit Abstand führend ist“, so CHE Expertin Nickel.

Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind insgesamt weiterhin gefragter als Universitäten. Zwei Drittel aller Studienanfänger(innen) ohne Abitur entschieden sich 2017 für diesen Hochschultyp. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei der Trägerschaft der Hochschulen: Bundesweit betrachtet ist die Studienanfänger(innen)quote an privaten Hochschulen besonders hoch, hier beginnen fast 11 Prozent aller Erstsemester ihr Studium ohne allgemeine Hochschulreife. Im Vergleich dazu sind es an staatlichen Hochschulen insgesamt nur zwei Prozent.

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