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Talentquote statt Wartezeit

Text/Quelle: Anke Beimdiek /STUDI-Info Sommersemester 2019. Bild: Modelfoto: colourbox.de

Die Zulassung zum Medizinstudium muss reformiert werden. Aber wie soll das neue Verfahren aussehen? Drei Neuerungen sind in Planung.

400 potenzielle Medizinstudierende kommen alljährlich im Spätsommer nach Essen, um sich in Auswahlgesprächen für einen Studienplatz zu qualifizieren. Für sie geht es um einen der begehrten 226 Studienplätze. Seit 2000 vergibt die medizinische Fakultät der Uni Duisburg-Essen über die Hälfte ihrer Studienplätze an Bewerber, die die Auswahlkommissionen von ihrer Motivation überzeugen können. „Lange vor der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Medizin-Studienplatzvergabe haben wir auf Auswahlgespräche als zusätzliches Kriterium zur Abiturnote gesetzt“, sagt Prodekan Professor Dr. Joachim Fandrey. „Das Verfahren ist aufwendig, aber es lohnt sich.“

Urteil des Verfassungsgerichts
Viele Experten sind sich einig, dass nicht allein die Abiturnote über die Vergabe der Studienplätze in Medizin entscheiden sollte. Deshalb setzt bereits ein Großteil der medizinischen Fakultäten auf zusätzliche Kriterien bei der Auswahl ihrer Bewerber. Ende 2017 hat das Bundesverfassungsgericht das aktuelle Verfahren in Teilen für verfassungswidrig erklärt. Spätestens Ende 2019 muss ein neuer Modus her, so das Urteil. Wie der aussehen soll und ob die Abiturnote dabei wirklich eine weniger große Rolle spielen wird, ist nicht endgültig geklärt. Vorerst bleibt das aktuelle Verfahren bis einschließlich zum Wintersemester 2019/20 in Kraft.

Drei Neuerungen sind geplant
So gut wie sicher ist, dass die Abiturbestenquote von mindestens 20 Prozent erhalten bleibt. Allerdings wird ein Prozentrangverfahren eingeführt, um die Abiturleistungen in den Ländern vergleichbar zu machen. Das geht aus einem beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) hervor. Einfach nur abzuwarten, das wird in Zukunft nicht mehr reichen, um einen Medizinstudienplatz zu ergattern. Die Wartezeitquote soll wegfallen und durch eine Talentquote ersetzt werden. Der Name soll suggerieren, dass eben nicht nur Schul- und Testleistungen eine Rolle spielen. Wie diese Quote aussieht, ist momentan unklar.

Die AdH-Quote wird sich dahingehend verändern, dass neben der Abiturnote mindestens zwei weitere eignungsbasierte Kriterien in die Auswahlentscheidung einbezogen werden müssen. Das bedeutet, dass Standorte, die bislang nur nach der Abiturnote auswählen, ihre Verfahren bald ändern werden oder bereits geändert haben.

 

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