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Den Großkanzleien laufen die Bewerber weg

Text/Quelle: Trendence Institut; Foto: Modelfoto:Colourbox.de

Weniger als die Hälfte der Nachwuchsjuristen möchte noch in einer Kanzlei arbeiten. Jobs im Öffentlichen Sektor werden stattdessen beliebter. Diese Entwicklung trifft nicht alle Kanzleien gleichermaßen. Es sind vor allem die Großkanzleien aus Frankfurt und Düsseldorf, die in der Gunst der Bewerber verlieren, während kleine und mittlere Kanzleien beliebter werden.

Die Platzierungen der fünf beliebtesten Arbeitgeber bleiben davon vorerst unberührt: Das Auswärtige Amt führt das Ranking vor Freshfields Bruckhaus Deringer an, gefolgt von der Europäischen Kommission, dem Bundeskriminalamt und Hengeler Mueller. Zu diesem Ergebnis kommt des Absolventenbarometer 2018, für das das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Trendence 2.200 Nachwuchsjuristen befragt hat.

Unternehmensethik ist Grund für sinkendes Interesse  an Großkanzleien
Freshfields Bruckhaus Deringer liegt zwar weiter auf Platz 2 des Rankings der beliebtesten Arbeitgeber der Nachwuchsjuristen, aber die Kanzlei verliert in diesem Jahr 4,5 Prozentpunkte in der Gunst der Juristen. So hohe Verluste hat kein anderer Arbeitgeber in den vergangenen fünf Jahren gemacht. Die Bewerber bemängeln zunehmend die Unternehmensethik der Kanzlei, die vor allem mit polarisierenden Mandaten auffällt.

Dabei sind ethische Gründe bei der Wahl des Arbeitgebers heute so wichtig wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Drei Viertel aller Nachwuchsjuristen berücksichtigen die Unternehmensethik bei ihrer Entscheidung. Freshfields ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Viele andere attraktive Großkanzleien wie Clifford Chance, Linklaters und CMS Hasch Sigle werden unbeliebter. Hogan Lovells fällt sogar aus den Top 10 der beliebtesten Arbeitgeber.

Gegen den Trend: Noerr und mittelständische Kanzleien
Eine Ausnahme unter den Großkanzleien bildet Noerr. Noerr differenziert sich über seine Unternehmenskultur der offenen Türen von anderen Kanzleien und verspricht gleichzeitig eine schnelle Karriere. Das kommt bei den Nachwuchsjuristen gut an. Sie bewerten die Entwicklungs- und Karriereperspektiven, die Kollegialität und Wertschätzung bei Noerr deutlich besser als noch im vergangenen Jahr. Das Ergebnis ist Platz 12 im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber. Dem Abwärtstrend der Kanzleien können auch die mittelständischen deutschen Kanzleien entgehen. Flick Gocke Schaumburg auf Rang 24 und die Luther Rechtsanwaltsgesellschaft auf Rang 27 erreichen ihre besten Platzierungen seit zehn Jahren und mehr.

Wunsch nach flexiblem Arbeiten steigt mit Berufserfahrung
Studenten sind darauf eingestellt, später im Job viel zu arbeiten. Sie rechnen mit 50 Stunden Arbeit pro Woche. Tatsächlich arbeiten Volljuristen im Schnitt 46 Stunden. Das ist weniger als befürchtet, aber dennoch deutlich mehr als die vertraglich vereinbarten 38,4 Stunden. Da wundert es nicht, dass flexible Arbeitszeiten ganz oben auf der Wunschliste der Nachwuchsjuristen stehen, deutlich mehr als in anderen Berufsgruppen.

57 Prozent der Studenten und 65 Prozent der Volljuristen möchten sich ihre Arbeitszeit selbst einteilen können. Zum Vergleich: 48 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler wünschen sich flexible Arbeitszeiten. Auch der Wunsch nach Arbeiten im Homeoffice steigt mit zunehmender Berufserfahrung. Ist es unter den Studenten noch jeder fünfte, möchte jeder dritte Volljurist von zu Hause arbeiten. „Die meisten Großkanzleien sind aktuell weit entfernt von flexiblen Arbeitsmodellen. Flexibles Arbeiten erfordert einen Kulturwandel weg von der Präsenz- hin zu einer Ergebniskultur. Kulturwandel braucht Zeit und bedeutet tiefe Einschnitte in die Identität eines Unternehmens. Die großen Kanzleien müssen jedoch ihre Arbeitsmodelle anpassen, wenn sie nicht mehr Bewerber verlieren wollen“, schätzt Studienleiter Dr. Simon Mamerow die Lage ein.

Volljuristen: Kollegialität statt Karriere
Der Wunsch nach mehr Flexibilität ist nicht das einzige, was sich im Laufe des Berufslebens der Juristen ändert. Bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers achten erfahrene Juristen stärker auf ein kollegiales Arbeitsklima als im Studium. Es wird für sie das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Arbeitgeberwahl. Karriereperspektiven spielen hingegen eine geringere Rolle als noch zu Beginn der eigenen Laufbahn. Gute Arbeitgeber reagieren darauf und bieten ihren Mitarbeitern die passende Lösung für ihre Lebenssituation. Kleinere und mittlere Kanzleien schaffen das heute schon gut. Sie werden mit steigender Berufserfahrung der Bewerber als Arbeitgeber immer beliebter. Ihre Popularität unter Volljuristen ist um 50 Prozent höher als unter Studenten. 

Ranking der 100 beliebtesten Arbeitgeber der Nachwuchsjuristen:

www.trendence.com/arbeitgeberrankings/studierende/juristen

 

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