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Sozialarbeiter stark nachgefragt: 100 Jahre Katholische Hochschule in Münster

Text / Quelle: Karin Völker /Westfälische Nachrichten, Münster
Fotos: Titelbild: Zelck /KatHo
Bild: Gruppe: Zelck /KatHo
Bild: Neues Gebäude: Maurice Cox / KatHo

Die Geschichte der Katholischen Hochschule Münster zeigt die Entwicklung des Faches Sozialarbeit. Hier wird Nachwuchs für die Arbeit in Wohlfahrtsverbänden, bei freien Trägern und Behörden ausgebildet. Die KatHo feiert in diesem Jahr 100-jähriges Jubiläum. Ihre Absolventen sind gefragter denn je.

Starke Nachfrage: Sozialarbeiter werden gesucht

Nicht, dass die Dozenten an der Piusallee sich jemals besondere Sorgen um das Fortkommen ihrer Studierenden hätten machen müssen. In jüngerer Vergangenheit mussten sie eher fürchten, dass ihnen die jungen Leute aus dem Studium heraus abgeworben wurden. „Sozialarbeiter gehören momentan zu den am stärksten nachgefragten Fachkräften“, sagt Prof. Dr. Martin Klein, Dekan der Abteilung Münster der Katholischen Hochschule (KatHo). „Eine Herausforderung wie der große Flüchtlingszuzug ist ohne zahlreiche gut ausgebildete Sozialarbeiter nicht zu meistern.“
In Zeiten dieser guten Sozialarbeiter-Konjunktur feiert die KatHo Münster ihren 100. Geburtstag. Der Festakt, unter anderem mit Bischof Felix Genn, fand Anfang Mai im Hörsaalgebäude der Hochschule an der Piusallee 89 statt.

Bewegte Geschichte

Damit ist Münster ältester Standort der von der katholischen Kirche unterhaltenen Hochschule, die auch in Köln, Aachen und Paderborn Sozialarbeiter- und -Pädagogen ausbildet.
Die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter der Gegenwart hießen, so zeichnet es die frisch erschienene Jubiläumsschrift der KatHo nach, vor 100 Jahren Fürsorgerinnen, und ihre Ausbildung hatte mit dem Studium von heute nur wenig gemein.

Als 1917 an der Sentruper Straße nach Vorbereitungen der Gründerinnen Agnes Neuhaus und Clara Hellraeth vom katholischen Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder die „Kreisfürsorgerinnenschule“ eröffnet wurde, war dies eine Folge der gesellschaftlichen Verwerfungen durch den Ersten Weltkrieg. Viele Männer waren als Soldaten im Krieg oder gefallen, zurück blieben viele Frauen, oft mit Kindern, die auf sich gestellt waren. Die Ausbildung in der Säuglingsfürsorge stand im Vordergrund. Es ging auch um die Betreuung von Tuberkulosekranken, Kriegshinterbliebenen und Wohnungslosen, als die Schule nach wenigen Jahren unter dem Namen „Wohlfahrtsschule Münster“ in die Wehrstraße in die Nähe des Kanonengraben übersiedelte. Nach der Machtübernahme der NSDAP arbeitete die Einrichtung als „Westfälische Frauenschule für Volkspflege“ bis in den Zweiten Weltkrieg hinein. Denkwürdige Koinzidenz: Am Tag, als die kirchliche Schule von den Nationalsozialisten aufgelöst werden sollte, wurde das Gebäude bei einem Bombenangriff vollständig zerstört.
1945 wurde die Schule am Domplatz wiedereröffnet, seit 1957 residiert die Schule an der Piusallee – zunächst mit Internat. An der „Katholischen Fachschule für Sozialarbeit“ lernten weiterhin ausschließlich Frauen.


Die Plätze an der Katholischen Hochschule sind begehrt. Regelmäßig gibt es deutlich mehr Bewerber als Plätze. Bei der Vergabe zählt auch soziales, ehrenamtliches Engagement.

Mehr Bewerber als Plätze: Relativ hoher Männeranteil

Erst seit 1967 ist Sozialarbeit hier auch Männersache – aber die Frauen bilden bis heute die Mehrheit. Martin Klein ist ein bisschen stolz auf den mit 19 Prozent vergleichsweise hohen Männeranteil unter den Studierenden der KatHo Münster. Richtig stolz ist Klein aber auf alle ihre Studierenden. Die Hochschule kann auswählen: Auf die 220 Bachelor-Studienplätze, die jährlich vergeben werden, gibt es regelmäßig rund 800 Bewerber. Zum Erfolg führen hier nicht nur gute Abiturnoten, sondern vor allem gesellschaftliches, ehrenamtliches Engagement. „Wir haben hier tolle Studierende, die schon vor dem Studium bewiesen haben, dass der Beruf für sie auch Berufung und Leidenschaft ist“, sagt Klein. Er selbst war übrigens einst selbst Student an der KatHo Münster.

Studiengänge und Abschlüsse

Seit 1971 ist die Ausbildung an der Katholischen Hochschule akademisch. Das Diplom wurde als Abschluss des Studiums der Sozialarbeit (Zielgruppe Erwachsene) und der Sozialpädagogik (Zielgruppe Kinder und Jugendliche) eingeführt. Zugangsvoraussetzung für Studierende wurden das Abitur oder Fachabitur.
Im Jahr 1984 kam noch der Studiengang Diplomheilpädagogik hinzu. Die Studiengänge Soziale Arbeit und Sozialpädagogik wurden 1999 im Studiengang Sozialwesen vereint. Das Studiensystem ist nun auf Bachelor und Master-Abschlüsse umgestellt. Neben der Bachelor-Ausbildung in Sozialarbeit und Heilpädagogik bietet die KatHo Münster fünf Masterstudiengänge an, drei davon sind Weiterbildungsstudiengänge. Ein Meilenstein für die KatHo Münster war die Errichtung des neuen, 2012 eingeweihten Hörsaalgebäudes.
Die Katholische Hochschule NRW ist nach Angaben von Dekan Klein mit insgesamt knapp 5000 Studierenden die größte katholische Hochschule Deutschlands. Mittlerweile sind an der KatHo Münster rund 10 000 Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter ausgebildet worden – Anlass für die Hochschule, die Alumni-Arbeit zu intensivieren. Für Mitte Mai war ein Fest für die Absolventen geplant.


Das neue Hörsaalgebäude der KatHo ist mit den alten Teilen der Hochschule an der Piusallee verbunden.