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Die neue Lust auf Technik und Naturwissenschaften

Quelle/Text: STUDI-Info, Magazin für Studienplatzbewerbung und Studienstart, Sommersemester 2016 / Anke Beimdiek
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Über einen Mangel an sogenannten MINT-Fachkräften wird oft und viel geklagt. MINT, das ist die offizielle Abkürzung für Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik. Um Schüler und Schulabgänger für diese Fächer zu begeistern, haben Politik und Wirtschaft zuletzt verschiedene Initiativen angeschoben. Das hat offenbar etwas gebracht. Denn die Studierendenzahlen für die MINT-Fächer an Hochschulen sind kräftig gestiegen. Von 2008 bis 2013 legten die Anfängerzahlen in den MINT-Fächern um 32 Prozent und in den T-Fächern sogar um 41 Prozent zu. Das hat eine aktuelle Studie des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft herausgefunden.

Hohe Abbrecherquoten

Viele Studienanfänger lockt die Erwartung, dass sie mit einem Abschluss in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern nach dem Studium schnell einen tollen Job finden. Zwar schreiben sich deutlich mehr Studenten für naturwissenschaftliche, mathematische oder technische Fächer ein als noch vor Jahren. Aber in keinem anderen Bereich schmeißen so viele ihr Studium auch wieder hin. Am höchsten ist die Abbrecherquote bei den Bachelor-Studenten im Bereich Mathe und Naturwissenschaften.

An den Unis schaffen es laut einer neuen Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul-und Wissenschaftsforschung (DZHW) etwa vier von zehn Studenten (39 Prozent) nicht bis zum Abschluss. An den Fachhochschulen ist es rund jeder Dritte (34 Prozent). Die meisten Studenten verlassen die Uni vor allem in den ersten Semestern, wenn die theoretischen Grundlagen vermittelt werden. Viele Erstis fühlen sich überfordert von dem hohen Niveau der Hochschule. Das ergeht offenbar vor allem Mathe-Studenten so, denn unter ihnen geht besonders vielen schnell die Puste aus. An den Unis brechen 47 Prozent ihr Studium vor dem Abschluss ab. Auf Rang zwei der Negativliste liegen die Ingenieurwissenschaften: Dort geben rund 36 Prozent der Studenten frühzeitig auf. Im Vergleich: In Medizin brechen nur etwa neun Prozent der Studenten ab.

Kann jeder ein Mint-Fach studieren?

Zulassungsbeschränkt sind die MINT-Fächer eher selten. Das heißt, dass das Abitur meistens die einzige Zugangsvoraussetzung ist. Die hohen Abbrecherzahlen zeigen aber, dass die Studiengänge hart sind. Deshalb solltest du dir das vorher gut überlegen, ob ein MINT-Studium das Richtige für dich ist. Wenn du dir nicht sicher bist oder dich schwer tust mit der Entscheidung für eine bestimmte Studienrichtung, kannst du an vielen Unis eine Art Studium auf Probe aufnehmen. An einigen Hochschulen können Abiturienten zwei Semester lang an den Uni-Veranstaltungen in Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik teilnehmen und sogar Prüfungen ablegen. MINTgrün nennt zum Beispiel die Technische Universität (TU) Berlin das Studium auf Probe. Immer mehr Unis bieten mit einem solchen Orientierungsstudium einen sanften Einstieg in die harte Materie MINT.

Interview

Theo Leyschulte hat sich für ein technisches Studium entschieden. Im Interview mit STUDI-Info erzählt er, ob es wirklich so hart ist, wie viele sagen:

STUDI-Info: Das erste Semester Umwelttechnik ist um. Wie war es? Schwierig oderleichter als gedacht?

Theo Leyschulte: Am Anfang dachte ich, dass es sehr schwer wird. Dann habe ich aber gemerkt, dass es machbar ist. Man muss sich aber regelmäßig hinsetzen und lernen.

STUDI-Info: In den MINT-Fächern schmeißen viele Studenten in den ersten Semestern hin – wie sieht es in deinem Studiengang aus?

Theo: Ich habe zusammen mit ungefähr 30 Leuten angefangen und etwa die Hälfte hat schon wieder aufgehört. Ich glaube, besonders Elektrotechnik hat viele abgeschreckt. Das ist ein Riesenberg, den man am Anfang lernen muss.

STUDI-Info: Wie bist du auf das Studienfach Umwelttechnik gekommen?

Theo: Ich habe eine technische Ausbildung zum Mechatroniker gemacht und wollte etwas machen, das darauf aufbaut. In der Umwelttechnik gibt es viele Einsatzbereiche. Das ist eine wachsende Branche.

STUDI-Info: War die Ausbildung für das Studium denn hilfreich?

Theo: In Fächern wie Elektrotechnik und Konstruktion ist das sicher hilfreich, wenn man in der Praxis schon mal gesehen hat, wie das funktioniert.

STUDI-Info: Spielen Inhalte aus den naturwissenschaftlichen Fächern aus der Schule eine Rolle?

Theo: In den ersten Semestern spielen Mathe und Physik eine große Rolle. Von meinem Mathe-Grundkurs aus der Schule ist ein bisschen was hängengeblieben und damit bin ich ganz gut vorbereitet.

STUDI-Info: Sind die Lehrinhalte sehr theoretisch?

Theo: Ich finde, dass das Studium sehr theoretisch ist. Die Professoren sehen das anders. Bislang sind wir noch nicht in die Labore gekommen. Aber das soll sich im Laufe des Studiums ändern. Im fünften Semester müssen wir dann ein Praxissemester machen. Da sind wir ein ganzes Semester lang in einem Betrieb.

STUDI-Info: Und wie stehen die Jobaussichten nach dem Studium aus?

Theo: Die Chancen stehen gut, sagen unsere Dozenten, vor allem, wenn man sich im Praxissemester gut anstellt. Viele Firmen kommen zur Hochschule, um sich den Studenten vorzustellen. Absolventen sind gefragt.